Dem Leben trauen

Glaube ist Wissen des Herzens, das keines Nachweises bedarf. (Khalil Gibran)

Philosophie und Evi 11. November 2009

Gespeichert unter: Studium — Evi @ 23:16

Zwei, die noch zueinander finden müssen … Die Vorstellung, in gut einem Jahr eine Vordiplomsprüfung in Philosophie zu schreiben und eine mündliche zu bestehen, treibt mir den Angstschweiß auf die Stirn.

Philosophie ist an sich eine hochinteressante Angelegenheit, leider erschließt sie sich einem nicht so schnell, weil es mitunter sehr abstrakte Denkmodelle sind. Ich habe ein Seminar belegt mit dem Titel „Wahrheit und Erkenntnis nach Thomas von Aquin“. Wir lesen dabei aus seinem Werk „De veritate – Von der Wahrheit“. Mit meinem doch ziemlich rudimentären Vorwissen ist die Veranstaltung sehr anstrengend. Aber so nach und nach verstehe ich einzelne Gedankengänge. Es sind zwar noch kleine Puzzleteile, die ich erst noch zusammenfügen muss, aber ich habe Hoffnung, dass ich am Ende des Semesters klarer sehe.

Prof. Thurner, der das Seminar leitet, hat mir auch Hoffnung gemacht: Nachdem ich den ersten Artikel des Werkes gelesen hatte, hatte ich doch ernsthaft an meiner Intelligenz gezweifelt – ich hatte so gut wie nix verstanden. O-Ton Prof. Thurner im Seminar: „Machen Sie sich keine Gedanken, wenn Sie nichts verstanden haben. Der Stil von Thomas ist sehr knapp und setzt sehr viel voraus. Als ich dieses Werk zum ersten Mal gelesen habe, habe ich auch nichts verstanden.“ :D Man kann also trotzdem Professor für Philosophie werden …

Wenn ich zu den Themen „Wahrheit und Erkenntnis“ etwas Substanzielles von mir geben kann, werde ich das hier tun. Ist nebenbei eine gute Übung, ob ich’s auch wirklich verstanden habe.

To be continued …

 

Papstwahl und ihre Folgen 25. Oktober 2009

Gespeichert unter: Allgemein — Evi @ 23:06

Die Welt ist vom Bösen befreit, weil Kardinal Ratzinger zum Papst gewählt wurde! Eine sensationelle Entwicklung, die ich noch gar nicht mitbekommen habe … Zu hören in den Nachrichten-Schlagzeilen von SWR1 Baden-Württemberg am 19. April 2005:

http://www.radiopannen.de/mp3/es015.mp3

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(Am gleichen Tag reichte auch der Ministerpräsident und Landesvorsitzende der Südwest-CDU seinen Rücktritt ein …)

 

Das katholische Bayern 22. Oktober 2009

Gespeichert unter: Studium — Evi @ 13:50

… oder das, was davon übrig ist. Eine der Geschichten unserer Chorleiters, die wir zwischendurch als „Belohnung“ bekommen, wenn wir gut gesungen haben. Diesmal aus seiner – vermeintlich tief katholischen – Heimat Oberpfalz:

Die Mutter eines Erstkommunionkindes beschwert sich beim Pfarrer, dass ihr armes Kind neben dem ganzes Schulstress jetzt auch noch im Erstkommunionunterricht ein Gedicht lernen muss. Das würde es in der Schule schon oft genug müssen. Der Pfarrer kann sich darauf keinen rechten Reim machen und bittet deshalb die Gruppenleiterin der Erstkommuniongruppe und die Mutter um ein gemeinsames Gespräch. Dabei stellt sich heraus, dass die Kinder das „Vater unser“ lernen sollten!

Da tun sich doch Betätigungsfelder für Theologen auf …

 

Philosophie und Hollywood 6. Oktober 2009

Gespeichert unter: Studium — Evi @ 10:14

Was hat die Philosophie des Mittelalters mit einem amerikanischen Film aus dem Jahr 2004 gemeinsam? Genauer gesagt mit dem Film „Vergiss mein nicht!“. Die Antwort auf diese spannende Frage ist folgende:

Von 1079 bis 1142 lebte der Philosoph Petrus Abaelard, der ein streitbarer Zeitgenosse war. Um 1113 begann er Theologie zu studieren. Die Vorlesungen genügten aber nicht seinen Ansprüchen und er begann selbst Vorlesungen zu halten – mit großem Erfolg. In dieser Zeit verliebte er sich in Heloise, was nicht ohne Folgen blieb: 1118 wurde ihr gemeinsamer Sohn Astrolabius geboren. Der Onkel von Heloise fühlte sich von Abaelard hintergangen und ließ ihn entmannen! Daraufhin drängte Abaelard Heloise in ein Kloster zu gehen (wo sie später sogar Priorin wurde). Er selbst nahm seine durch diese Affäre unterbrochenen wissenschaftlichen Studien wieder auf. Die, nebenbei bemerkt, immer wieder aneckten und zu seiner zeitweiligen Verurteilung als Häretiker führten. Später wurde er Abt eines Klosters in der Bretagne und er schenkte in dieser Funktion den Nonnen von Argenteuil, dessen Priorin Heloise war, das Oratorium von Paraklet und übernahm deren geistliche Begleitung ….

Wer nun meinen Artikel über den Film aufmerksam gelesen hat wird den Zusammenhang schnell erkannt haben. ;-) Das Gedicht „Eloisa to Abelard“ von Alexander Pope ist eine wunderschöne, herzzerreißende Liebeserklärung an die unerfüllte Liebe der Heloise an Abaelard (*seufz*) – und eine Zeile daraus ist der Original-Titel des Films!

Man lernt im Theologiestudium manchmal auch ungeahnte Zusammenhänge kennen …

 

Wiesn-Ausreißer 25. September 2009

Gespeichert unter: Allgemein — Evi @ 18:52

So nannten die Kollegen den in München um die Zeit meist üblichen Ausflug auf das allseits bekannte Volksfest. Eine schöne Tradition, die von den meisten sogar in Dirndl und Lederhose gepflegt wird. Ich kam mir in meinem normalen Jeans-und-Bluse-Outfit völlig underdressed vor. Also – ein Dirndl muss her! Wenn ich eins gefunden habe, das meinen Ansprüchen, optischer und finanzieller Art, genügt, werde ich es hier vorstellen. Seit ich wieder zurück in Bayern bin habe ich eine ganz andere, positive Einstellung zu solchen Dingen. Tradition ist etwas schönes und wichtiges, sie ist schließlich Teil der Kultur und auch der eigenen Identität. Ich fand es auch sehr schön, dass zum Beispiel bei der Fronleichnamsprozession viele Menschen auch in Tracht kamen. Als Ausdruck des besondern Tages – wie auch ein Wiesn-Besuch. :-)

Äußerst wohltuend fand ich gestern auch die gute gute Stimmung, die in der Firma allgemein herrscht. Und das lag nicht nur daran, dass die Chefs das Essen und Trinken gezahlt haben (auch sehr selten heutzutage)! Trotz der Krise in der Automobilbranche, an der die Firma zum Teil hängt, wird hier zuversichtlich in die Zukunft gesehen. Eine schöne Abwechslung …

Und das Beste: Ich darf mir Hoffnung machen, dort längerfristig zu arbeiten, meine Chefs waren mit meiner Arbeit sehr zufrieden. Wäre genial, wenn das klappen würde!