Dem Leben trauen

Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht. (Vaclav Havel)

Papstwahl und ihre Folgen 25. Oktober 2009

Gespeichert unter: Allgemein — Evi @ 23:06

Die Welt ist vom Bösen befreit, weil Kardinal Ratzinger zum Papst gewählt wurde! Eine sensationelle Entwicklung, die ich noch gar nicht mitbekommen habe … Zu hören in den Nachrichten-Schlagzeilen von SWR1 Baden-Württemberg am 19. April 2005:

http://www.radiopannen.de/mp3/es015.mp3

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(Am gleichen Tag reichte auch der Ministerpräsident und Landesvorsitzende der Südwest-CDU seinen Rücktritt ein …)

 

Das katholische Bayern 22. Oktober 2009

Gespeichert unter: Studium — Evi @ 13:50

… oder das, was davon übrig ist. Eine der Geschichten unserer Chorleiters, die wir zwischendurch als „Belohnung“ bekommen, wenn wir gut gesungen haben. Diesmal aus seiner – vermeintlich tief katholischen – Heimat Oberpfalz:

Die Mutter eines Erstkommunionkindes beschwert sich beim Pfarrer, dass ihr armes Kind neben dem ganzes Schulstress jetzt auch noch im Erstkommunionunterricht ein Gedicht lernen muss. Das würde es in der Schule schon oft genug müssen. Der Pfarrer kann sich darauf keinen rechten Reim machen und bittet deshalb die Gruppenleiterin der Erstkommuniongruppe und die Mutter um ein gemeinsames Gespräch. Dabei stellt sich heraus, dass die Kinder das „Vater unser“ lernen sollten!

Da tun sich doch Betätigungsfelder für Theologen auf …

 

Philosophie und Hollywood 6. Oktober 2009

Gespeichert unter: Studium — Evi @ 10:14

Was hat die Philosophie des Mittelalters mit einem amerikanischen Film aus dem Jahr 2004 gemeinsam? Genauer gesagt mit dem Film „Vergiss mein nicht!“. Die Antwort auf diese spannende Frage ist folgende:

Von 1079 bis 1142 lebte der Philosoph Petrus Abaelard, der ein streitbarer Zeitgenosse war. Um 1113 begann er Theologie zu studieren. Die Vorlesungen genügten aber nicht seinen Ansprüchen und er begann selbst Vorlesungen zu halten – mit großem Erfolg. In dieser Zeit verliebte er sich in Heloise, was nicht ohne Folgen blieb: 1118 wurde ihr gemeinsamer Sohn Astrolabius geboren. Der Onkel von Heloise fühlte sich von Abaelard hintergangen und ließ ihn entmannen! Daraufhin drängte Abaelard Heloise in ein Kloster zu gehen (wo sie später sogar Priorin wurde). Er selbst nahm seine durch diese Affäre unterbrochenen wissenschaftlichen Studien wieder auf. Die, nebenbei bemerkt, immer wieder aneckten und zu seiner zeitweiligen Verurteilung als Häretiker führten. Später wurde er Abt eines Klosters in der Bretagne und er schenkte in dieser Funktion den Nonnen von Argenteuil, dessen Priorin Heloise war, das Oratorium von Paraklet und übernahm deren geistliche Begleitung ….

Wer nun meinen Artikel über den Film aufmerksam gelesen hat wird den Zusammenhang schnell erkannt haben. ;-) Das Gedicht „Eloisa to Abelard“ von Alexander Pope ist eine wunderschöne, herzzerreißende Liebeserklärung an die unerfüllte Liebe der Heloise an Abaelard (*seufz*) – und eine Zeile daraus ist der Original-Titel des Films!

Man lernt im Theologiestudium manchmal auch ungeahnte Zusammenhänge kennen …

 

Wiesn-Ausreißer 25. September 2009

Gespeichert unter: Allgemein — Evi @ 18:52

So nannten die Kollegen den in München um die Zeit meist üblichen Ausflug auf das allseits bekannte Volksfest. Eine schöne Tradition, die von den meisten sogar in Dirndl und Lederhose gepflegt wird. Ich kam mir in meinem normalen Jeans-und-Bluse-Outfit völlig underdressed vor. Also – ein Dirndl muss her! Wenn ich eins gefunden habe, das meinen Ansprüchen, optischer und finanzieller Art, genügt, werde ich es hier vorstellen. Seit ich wieder zurück in Bayern bin habe ich eine ganz andere, positive Einstellung zu solchen Dingen. Tradition ist etwas schönes und wichtiges, sie ist schließlich Teil der Kultur und auch der eigenen Identität. Ich fand es auch sehr schön, dass zum Beispiel bei der Fronleichnamsprozession viele Menschen auch in Tracht kamen. Als Ausdruck des besondern Tages – wie auch ein Wiesn-Besuch. :-)

Äußerst wohltuend fand ich gestern auch die gute gute Stimmung, die in der Firma allgemein herrscht. Und das lag nicht nur daran, dass die Chefs das Essen und Trinken gezahlt haben (auch sehr selten heutzutage)! Trotz der Krise in der Automobilbranche, an der die Firma zum Teil hängt, wird hier zuversichtlich in die Zukunft gesehen. Eine schöne Abwechslung …

Und das Beste: Ich darf mir Hoffnung machen, dort längerfristig zu arbeiten, meine Chefs waren mit meiner Arbeit sehr zufrieden. Wäre genial, wenn das klappen würde!

 

Semesterferien 24. September 2009

Gespeichert unter: Allgemein — Evi @ 00:12

Bevor die ersten Vermisstenmeldungen eingehen, will ich doch mal wieder erzählen, was in den letzten Wochen alles los war.

Ich freue mich auf den Semesterbeginn am 19 . Oktober und wiederhole schon fleißig Griechisch. Heute war ich bei der Studienberaterin und habe ihr mein Leid geklagt, dass es dieses Semester schon wieder nicht klappt in eine Philosophie-Vorlesung zu gehen. Die eine, die angeboten wird, findet wieder einmal parallel zu Griechisch statt. Eine Professur ist dort vakant und so kann nur ein abgespecktes Programm angeboten werden. Nur soll ich bis zum Vordiplom auf insgesamt 16 Semesterwochenstunden kommen. Was so schlicht unmöglich ist. Also werde ich nächste Woche zum Professor gehen und mal fragen, welche Lösung er denn dafür sieht und ich werde wohl auch den Studiendekan auf das Problem aufmerksam machen. Schließlich bin ich ja nicht die einzige! Was mich dabei tierisch ärgert, ist die Tatsache, dass ich Studiengebühren zahle und mir dann Bücher ausleihen muss, um mal wenigstens ein bisschen Ahnung davon zu bekommen. Und Bücher über die Philosophie lesen sich nicht unbedingt leicht. Naja, bin ja mal gespannt, was dabei rauskommt.

Die letzten vier Wochen habe ich auch mal wieder gearbeitet und etwas Geld verdient. Bei einer Unternehmensberatungsfirma habe ich für BMW Lastenhefte geprüft bzw. die Prüfung derselbigen geprüft. Schon interessant, mal ein bisschen in das Unternehmen BMW reinzuschnuppern. Ist zwar überhaupt nicht meine Welt, weil ich keine Ahnung von Autos habe und mich nicht mehr dafür interessiere als für ein Bügeleisen, aber ich bin schon fasziniert, aus wievielen Bauteilen so ein Auto besteht und was da alles drinsteckt. So viel Ingenieurin bin ich dann doch! Heute habe ich von einem ehemaligen Studienkollegen, der bei BMW arbeitet, eine kleine Führung bekommen und bin im Dienstwagen des Abteilungsleiters der Entwicklung (glaube ich) gesessen. In einem nagelneuen 5er GT (über den angeblich zur Zeit jeder spricht und von dem ich noch nie was gehört habe…). Sehr schick und geräumig. Und sehr teuer.

In einem weniger schicken und geräumigen, aber deutlich billigeren Auto war ich Anfang August mit Gunther ein paar Tage an der Côte d’Azur. Ein sehr schönes Fleckchen Erde, um die Zeit zwar etwas überlaufen und sehr heiß, aber kulturell äußerst interessant. Am schönsten fand ich das Schnorcheln auf der Halbinsel Giens. Ich habe das noch nie gemacht und so hat sich mir eine völlig neue Welt erschlossen. Wer bei den Lokalisten ist, kann sich ja mal ein paar Bilder ansehen. Ein kleiner Vorgeschmack:

Unsere Lieblingsbucht

Unsere Lieblingsbucht in Giens

Stimmungsvoller Sonnenuntergang in Giens

Stimmungsvoller Sonnenuntergang in Giens

Ab November werde ich mir auch noch andere Welten erschließen: Gunther hat nämlich (relativ sicher) eine Stelle in Eschweiler, nahe seiner Heimat Aachen, gefunden. Und das heißt für uns Fernbeziehung. Meine Begeisterung hält sich ob dieser Umstände in Grenzen, doch da müssen wir jetzt wohl durch. Wenigstens komme ich dann mal wieder nach Aachen, wo ich zuletzt (und bislang das einzige Mal) vor etwa 30 Jahren war und meine damalige Brieffreundin besucht hatte.

Mein kleiner, oh ich sollte besser korrigieren auf „jüngster“ (er ist nämlich nicht mehr klein mit seinen fast 6 Jahren, jawoll!), Neffe geht seit letzter Woche zur Schule. Mit mäßiger Begeisterung, vorsichtig ausgedrückt. Die Einschulungsfeier fand er ja ganz toll, vor allem die Hot Wheels und den LKW, die er geschenkt bekam, aber das dicke Ende kam letzten Dienstag … Er wird sich schon noch dran gewöhnen – und die Eltern auch!

Ja, es gibt immer wieder Veränderungen im Leben, an die wir uns gewöhnen müssen oder manchmal auch dürfen. Doch ohne die wäre es ziemlich eintönig und vorhersehbar. Oder wie der Engländer zu sagen pflegt: Variety is the spice of life.