Es scheint so, als ob das die Lektion ist, die ich 2011 lernen soll. Zur Zeit muss ich mit Ereignissen umgehen, auf die ich keinen (oder nur minimalen) Einfluss habe. Ich bin auch von Entscheidungen anderer abhängig, manchmal ohne zu wissen, ob es jemals eine Entscheidung geben wird. Das Leben ist sehr im Fluss, selten habe ich es so gemerkt wie in den letzten Wochen. Aber warten – ohne was zu tun – war noch nie meine Stärke (drum fahre ich auch lieber mit dem Fahrrad als mit den Öffentlichen, weil man da die meiste Zeit auch wartet
).
Eine Entscheidung wurde allerdings schon gefällt: Ich habe eine Absage für Israel bekommen.
Ich bin zwar schon etwas enttäuscht, aber weniger als ich dachte. Ich hatte in letzter Zeit doch öfter den Gedanken, dass mich das Studienjahr überfordern würde. Jetzt muss ich sehen, ob ich auf eigene Faust nach Israel gehe, dort einen Freiwilligendienst oder ähnliches mache und nebenher ein paar Kurse an der Uni belege.
Um einige inspirierende Gedanken zu bekommen, habe ich wieder “Das Salz der Erde” von Joseph Ratzinger / Benedikt XVI. zur Hand genommen und angefangen zu lesen. Und es ist ist wirklich sehr inspirierend! Und auch hier begegnet mir wieder die Geduld … Er sagt (auf die Frage, was einen Katholiken von anderen Menschen unterscheidet): ” [...] Wer den Glauben wirklich geduldig lebt und sich von ihm formen lässt, wird durch viele Rückschläge und Schwächen hindurch gereinigt und wird gut.” Recht hat er. Sein Leben ist auch nicht immer in den Bahnen verlaufen, die er sich vorgestellt hatte, aber er hat auch das angenommen, “was einem nicht von Anfang an in der eigenen Lebenslinie zu liegen scheint.” Ich werde versuchen, das, was kommt anzunehmen und nicht wie ein kleines bockiges Kind sagen “Aber ich will …!!”
Außerdem lese ich lese ich täglich in einem Jahrelesebuch mit Texten der Mystikerinnen des Mittelalters, denen ich mich ja sehr verbunden fühle. Der Text von heute stammt von Hadewijch von Brabant und trägt den Titel “Ratschläge an eine Freundin”:
Keiner Befriedigung gib dich so weit hin,
dass Du Deine klare Vernunft dabei verlierst, -
die Vernunft meine ich,
in der Du deine Unterscheidungskräfte wach halten musst.
Lass dich nicht verdrießen,
wenn dir etwas misslingt.
Hüte Dich mit weiser Vorsicht
vor dem Vielerlei der Tätigkeiten.
Danke, liebe Hadewijch, ich habe verstanden ….
Aber im Leben soll man sich schließlich nicht nur Gedanken machen, sondern man darf auch mal lachen. Und einige Leute bei Google scheinen einigen Humor zu haben. Man gebe nur mal bei Google Maps die Route USA-Japan ein und schaue sich den 31. (bis 46.) Eintrag an oder bei der Route China-Japan den 41. Eintrag …
